Wie europäische Kommunen die digitale Transformation ermöglichen und dabei die Datenhoheit der Bürger wahren

Europäische Kommunen stehen unter dem gleichzeitigen Druck, Bürgerdienste zu digitalisieren und Bürgerdaten vor dem Zugriff ausländischer Regierungen zu schützen. Das deutsche OZG 2.0 (Onlinezugangsgesetz) verpflichtet zur digitalen Bereitstellung zentraler Verwaltungsleistungen bis Ende 2025, wobei 70 bis 80 Prozent der Umsetzung auf die Kommunen entfallen. Das Digital Decade-Programm der EU strebt bis 2030 die vollständige Online-Verfügbarkeit aller öffentlichen Dienstleistungen an. Frankreich, Dänemark, die Niederlande und Belgien haben jeweils nationale Digitalisierungsstrategien etabliert, die Anforderungen bis auf die kommunale Ebene herunterbrechen.

Gleichzeitig gewinnt die Bewegung für Datensouveränität an Fahrt. Der im Oktober 2025 veröffentlichte EU Cloud Sovereignty Framework definiert acht Souveränitätsziele, die für von öffentlichen Institutionen beschaffte Cloud-Dienste gelten. Der Bericht des Europäischen Parlaments zur technologischen Souveränität fordert spezifische Zuschlagskriterien in der öffentlichen Beschaffung, um kritische digitale Abhängigkeiten zu reduzieren. Die Stadt Amsterdam und das niederländische Justizministerium stellten Ende 2025 fest, dass ihre bewusste Wahl eines niederländischen Cloud-Anbieters, Solvinity, unterlaufen wurde, als das amerikanische IT-Dienstleistungsunternehmen Kyndryl dessen Übernahme ankündigte – damit unterlagen Bürgerauthentifizierungssysteme und Verwaltungsportale potenziell dem CLOUD Act.

Dieser Leitfaden zeigt, wie europäische Kommunen die digitale Transformation von Bürgerdiensten vorantreiben und gleichzeitig die Souveränität über vertrauliche Daten in Filesharing-, E-Mail- und Kommunikationsplattformen wahren können.

Executive Summary

Kernaussage: Europäische Kommunen müssen Bürgerdienste gemäß nationalen E-Government-Vorgaben digitalisieren und gleichzeitig Bürgerdaten vor dem Zugriff ausländischer Regierungen schützen. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Digitalisierung selbst, sondern in der darunterliegenden Datenbewegung: Filesharing-, E-Mail-, Managed File Transfer– und Web-Formular-Plattformen, über die Bürger Anträge einreichen, Kommunen Dokumente zwischen Abteilungen austauschen und Behörden mit regionalen und nationalen Stellen kommunizieren. Wird diese Kommunikationsschicht auf Plattformen betrieben, die von US-Unternehmen kontrolliert werden, ist die Souveränität gefährdet – unabhängig davon, wie souverän das Bürgerportal gestaltet ist.

Warum das relevant ist: IT-Leiter und Datenschutzbeauftragte in Kommunen stehen unter Budgetdruck, sind von Altsystemen abhängig und verfügen über begrenztes Fachpersonal, müssen aber dennoch zunehmend politisch nachweisen, dass sie digitale Souveränität gewährleisten. Der Fall Amsterdam/Solvinity zeigte, dass selbst gezielte souveräne Beschaffungsentscheidungen durch Marktdynamik ausgehebelt werden können. Die Migration von 30.000 Beschäftigten in Schleswig-Holstein auf Open-Source-Lösungen belegt, dass souveräne Transformationen möglich sind – vorausgesetzt, die Daten-Governance-Architektur steht im Fokus und nicht nur die Frontend-Tools. Kommunen, die zuerst die Kommunikations- und Dateiaustausch-Ebene adressieren, können Souveränitätsfortschritte nachweisen und gleichzeitig Digitalisierungsziele erfüllen.

5 wichtige Erkenntnisse

  1. E-Government-Vorgaben erzeugen Digitalisierungsdruck, aber die Datenbewegung entscheidet über Souveränität. Das deutsche OZG 2.0, die EU Single Digital Gateway Regulation und nationale Digitalisierungsprogramme verlangen digitale Serviceverfügbarkeit. Wie die zugrunde liegenden Daten zwischen Bürgern, Abteilungen und Behörden bewegt werden, entscheidet über den Souveränitätsgewinn oder -verlust.
  2. Bürgerdaten in kommunalen Systemen sind politisch sensibel und personenbezogen. Geburtenmeldungen, Baugenehmigungen, Sozialleistungsanträge, Steuerdaten und Melderegister gehören zu den sensibelsten personenbezogenen Daten, die eine Regierung verwaltet. Der Zugriff ausländischer Regierungen auf diese Daten ist ein politisches Risiko, das kein kommunaler Entscheidungsträger erklären möchte.
  3. Der Fall Amsterdam/Solvinity zeigt die Fragilität anbieterbasierter Souveränitätsstrategien. Die Wahl eines inländischen Anbieters garantiert keine langfristige Souveränität, wenn dieser von einem Nicht-EU-Unternehmen übernommen werden kann. Souveränität muss architektonisch durch kundengesteuerte Verschlüsselung abgesichert werden, damit Eigentümerwechsel keinen Einfluss auf den Datenschutz haben.
  4. Kommunen können Souveränität schrittweise erreichen, indem sie die Kommunikationsschicht priorisieren. Eine vollständige Infrastrukturmigration ist teuer und aufwendig. Die gezielte Absicherung der Filesharing- und Kommunikationsplattformen, die mit den sensibelsten Bürgerdaten arbeiten, bringt messbare Souveränitätsfortschritte bei überschaubarem Aufwand.
  5. Das EU Cloud Sovereignty Framework bietet Beschaffungsvorgaben für Kommunen. Die acht Souveränitätsziele und die SEAL-Bewertungsmethodik des Frameworks sind speziell für die öffentliche Beschaffung konzipiert. Kommunen können diese Kriterien in Ausschreibungen übernehmen, um Anbieter auch mit begrenzten technischen Ressourcen konsistent zu bewerten.

Die Herausforderung der digitalen Transformation für Kommunen

Nationale E-Government-Vorgaben treiben die Digitalisierung voran

Europäische Kommunen stehen unter zunehmenden Digitalisierungsanforderungen durch nationale und EU-weite Vorgaben, die kaum Spielraum für Verzögerungen lassen.

In Deutschland verpflichtet das OZG 2.0 (Onlinezugangsgesetz Änderungsgesetz), das im Juni 2024 in Kraft trat, zur Ende-zu-Ende-Digitalisierung von Verwaltungsleistungen. Kommunen müssen Anträge, Kommunikation und Bescheide digital von der Antragstellung bis zur Zustellung bearbeiten. Allein in Schleswig-Holstein sind inzwischen über 820 Online-Dienste an die OZG-Cloud angebunden, Bayern pilotiert die Einführung in mehr als 1.400 Kommunen. Das OZG 2.0 stärkt das Recht der Bürger auf digitale Verwaltung und stellt Datenkontrolle und digitale Souveränität als Gestaltungsprinzipien in den Mittelpunkt.

In Frankreich treibt das Programme national de la dématérialisation die kommunale Digitalisierung mit besonderem Fokus auf Identitätsprüfung und Dokumentenaustausch voran. Dänemarks gemeinsame Digitalisierungsstrategie koordiniert die digitale Servicebereitstellung über zentrale, regionale und lokale Ebenen hinweg, wobei Lösungen wie Digital Post und MitID die Infrastruktur bilden. Die niederländische Digitalisierungsstrategie verfolgt das Ziel, die Regierung als einheitliche Organisation mit zugänglichen digitalen Diensten zu betreiben, während Belgien parallele Strategien in Flandern, Wallonien und Brüssel verfolgt.

Auf EU-Ebene verpflichtet die Single Digital Gateway Regulation die Mitgliedstaaten, Verwaltungsverfahren für grenzüberschreitende Nutzer online bereitzustellen, und das Digital Decade Policy Programme strebt bis 2030 eine vollständige Online-Verfügbarkeit an. Der eGovernment Benchmark 2025 zeigt, dass 93 % der Single Digital Gateway-Verfahren inzwischen online verfügbar sind – ein Beleg für den Fortschritt, aber auch für die wachsende Menge sensibler Bürgerdaten, die durch digitale Plattformen fließen.

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Wo Bürgerdaten tatsächlich fließen

Die digitale Transformation in Kommunen reicht weit über Bürgerportale hinaus. Hinter jedem Online-Service steht eine Kette von Datenbewegungen, die entscheidet, wo Bürgerinformationen tatsächlich gespeichert werden und wer darauf zugreifen kann.

Reicht ein Bürger einen Bauantrag über das kommunale Portal ein, müssen die zugehörigen Unterlagen (Bauzeichnungen, Grundbuchauszüge, Umweltgutachten) zwischen Bauamt, Prüfern, Umweltbehörde und ggf. regionalen Stellen ausgetauscht werden. Bei der Bearbeitung von Sozialleistungsanträgen wandern persönliche Finanzdaten, Familiendokumente und Gesundheitsdaten zwischen Sozialamt, Finanzamt und ggf. Arbeitsagentur. Kommunale Mitarbeitende kommunizieren zu laufenden Vorgängen über E-Mail-Systeme und Kollaborationsplattformen, wobei Bürgerdaten übertragen werden.

Jede dieser Datenbewegungen ist eine Souveränitätsentscheidung. Wird das Filesharing, das E-Mail-System oder der Managed File Transfer von einem Anbieter betrieben, der ausländischen Zugriffsrechten unterliegt, ist die Souveränität jedes einzelnen Bürgerdatensatzes gefährdet. Das Bürgerportal kann technisch souverän sein – die tatsächliche Rechtslage für Bürgerdaten bestimmt die Backoffice-Kommunikationsschicht.

Warum aktuelle Ansätze nicht ausreichen

Das Problem der Anbieterübernahme

Der Fall Amsterdam/Solvinity im November 2025 verdeutlicht eine strukturelle Schwachstelle, die Kommunen europaweit betrifft. Amsterdam und das niederländische Justizministerium hatten Solvinity, einen niederländischen Managed Cloud Provider, gezielt gewählt, um die Abhängigkeit von US-Firmen zu verringern und CLOUD Act-Risiken zu minimieren. Solvinity betreibt kritische nationale Infrastruktur, darunter das Bürgerauthentifizierungssystem und das Verwaltungsportal der Niederlande. Als Kyndryl, ein US-amerikanisches IT-Unternehmen, die Übernahme von Solvinity ankündigte, gerieten diese Systeme potenziell unter US-Überwachungsrecht – im Widerspruch zum ursprünglichen Souveränitätsziel der Beschaffung.

Dieses Szenario ist kein Einzelfall. Europäische Cloud-Anbieter sind Übernahmeziele größerer Nicht-EU-Firmen – gerade wegen ihrer Regierungsaufträge. Eine Souveränitätsstrategie, die auf der aktuellen Eigentümerstruktur des Anbieters basiert statt auf architektonischer Kontrolle, kann durch eine einzige Unternehmensübernahme ausgehebelt werden, die die Kommune nicht verhindern kann.

Der Irrtum „EU-Region“

Viele Kommunen nutzen Kollaborations- und Filesharing-Plattformen von US-Anbietern, wobei die Daten in Rechenzentren in der EU gespeichert werden. Das EU Cloud Sovereignty Framework stellt klar: Datenstandort und Datensouveränität sind nicht dasselbe. Ein US-Anbieter, der ein Frankfurter Rechenzentrum betreibt, unterliegt weiterhin dem CLOUD Act. Er kann verpflichtet werden, Bürgerdaten aus diesem Rechenzentrum auf US-Anordnung herauszugeben, ohne die Kommune zu informieren. Der physische Serverstandort bietet keinen Rechtsschutz, wenn die Konzernpflichten in einer anderen Jurisdiktion liegen.

Budget- und Kapazitätsgrenzen

Im Gegensatz zu Bundesbehörden oder Großunternehmen verfügen Kommunen über begrenzte IT-Budgets und wenig Spezialpersonal. Eine mittelgroße deutsche Kommune hat oft fünf bis fünfzehn IT-Mitarbeitende, die für Dutzende Anwendungen und Hunderte Nutzer verantwortlich sind. Eine vollständige Migration auf souveräne Alternativen übersteigt meist die Ressourcen. Kommunen brauchen Lösungen, die für die sensibelsten Datenbewegungen Souveränität schaffen, ohne einen Komplettaustausch aller Plattformen zu erfordern.

Eine praxisnahe Souveränitätsstrategie für Kommunen

Fokus auf die Kommunikationsschicht

Die effektivste Souveränitätsmaßnahme für die meisten Kommunen ist die Absicherung der Plattformen, über die vertrauliche Bürgerdaten zwischen Menschen und Systemen bewegt werden. Dazu gehören die Filesharing-Plattform für den Dokumentenaustausch zwischen Abteilungen, das E-Mail-System für fallbezogene Kommunikation, der Managed File Transfer für Datenbewegungen zwischen kommunalen Systemen und regionalen oder nationalen Behörden sowie Web-Formulare für die Einreichung sensibler Unterlagen durch Bürger.

Diese Kommunikationskanäle verarbeiten die politisch sensibelsten Daten (personenbezogene Bürgerdaten), sind am stärksten reguliert (DSGVO-Sonderkategorien) und am meisten dem Risiko ausländischen Zugriffs ausgesetzt (da sie über Anbieterplattformen laufen). Ihre Absicherung durch souveräne Architektur adressiert die risikoreichsten Datenflüsse zuerst, während weniger sensible Systeme zunächst auf bestehenden Plattformen verbleiben können, bis Ressourcen für eine breitere Migration verfügbar sind.

Architektur-Anforderungen für kommunale Souveränität

Drei technische Fähigkeiten schaffen nachweisbare Souveränität für kommunale Kommunikationsplattformen.

Kundengesteuerte Verschlüsselungsschlüssel. Die Kommune erzeugt und verwaltet die Verschlüsselungsschlüssel im eigenen Key-Management-System oder Hardware-Sicherheitsmodul. Der Plattformanbieter verarbeitet verschlüsselte Daten, kann sie aber nicht entschlüsseln. Diese Souveränität bleibt auch bei Anbieterübernahmen, Eigentümerwechseln und ausländischen Rechtsansprüchen erhalten, da der Anbieter keinen Zugriff auf die Schlüssel hat. Dies ist die wichtigste architektonische Entscheidung für kommunale Datensouveränität.

Single-Tenant-Betrieb in Europa. Die Plattform läuft auf dedizierter Infrastruktur ausschließlich für die jeweilige Kommune, nicht auf einer geteilten Multi-Tenant-Plattform, auf der Bürgerdaten mit Daten anderer Organisationen unter verschiedenen Rechtsregimen gespeichert werden. Für Kommunen, die IT-Dienste über regionale Partnerschaften (wie kommunale IT-Dienstleister in Deutschland) teilen, kann eine Single-Tenant-Instanz die Partnerschaft bedienen und Souveränität für alle beteiligten Kommunen gewährleisten.

Richtlinienbasierte Datenresidenz mit Audit-Nachweis. Technisches Geofencing verhindert, dass Bürgerdaten definierte geografische Grenzen verlassen. Umfassende Audit-Protokollierung dokumentiert jeden Zugriff, jede Übertragung und jede administrative Aktion – als Nachweis für die DSGVO-Verantwortlichkeit und für die Rechenschaft gegenüber Bürgern und Aufsichtsbehörden.

Ausrichtung am EU Cloud Sovereignty Framework

Kommunen können die acht Souveränitätsziele des EU Cloud Sovereignty Frameworks in ihre Beschaffungsvorgaben aufnehmen – auch bei kleineren Ausschreibungen. Für die Kommunikationsschicht sind drei Ziele besonders relevant: SOV-2 (rechtliche und juristische Souveränität) stellt sicher, dass der Anbieter keinen ausländischen Zugriffsansprüchen unterliegt; SOV-3 (Datensouveränität) garantiert, dass die Kommune Verschlüsselung und Datenverarbeitung kontrolliert; SOV-4 (operationelle Souveränität) sichert den Betrieb unter EU-Recht. Mindest-SEAL-Stufen für diese drei Ziele in Ausschreibungen bieten eine strukturierte, nachvollziehbare Bewertungsmethodik, die auch Kommunen mit begrenzten Beschaffungsressourcen anwenden können.

Lernen von kommunalen Souveränitätsvorreitern

Schleswig-Holstein: Open Source als Basis für Souveränität

Das Bundesland Schleswig-Holstein hat die ambitionierteste souveräne IT-Migration in der europäischen Verwaltung umgesetzt und Microsoft-Produkte für 30.000 Beschäftigte durch Open-Source-Lösungen ersetzt. Bis Mitte 2025 wurden 24.000 Mitarbeitende auf LibreOffice umgestellt, Nextcloud, Open Xchange und Thunderbird ersetzen Exchange und Outlook. Die OZG-Cloud des Landes, als Open-Source-Plattform entwickelt, bedient über 50 % der schleswig-holsteinischen Kommunen und bietet Zugang zu mehr als 820 Online-Diensten.

Im Juli 2025 gründeten Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande das European Digital Infrastructure Consortium for Digital Commons, um gemeinsam souveräne digitale Werkzeuge wie OpenDesk zu entwickeln und zu skalieren. Diese länderübergreifende Zusammenarbeit zeigt, dass kommunale Souveränitätslösungen zur europäischen Priorität werden – und keine nationalen Einzelinitiativen mehr sind.

Frankreich: NUBO und souveräne Cloud für die öffentliche Verwaltung

Das französische Wirtschafts- und Finanzministerium hat mit NUBO eine auf OpenStack basierende Private Cloud-Initiative für sensible Daten und Dienste abgeschlossen. Die SecNumCloud-Zertifizierung schreibt Souveränitätsanforderungen für die öffentliche Cloud-Beschaffung vor und bietet Kommunen einen Rahmen für die Anbieterauswahl. Die Bleu-Partnerschaft (Orange und Capgemini betreiben Microsoft-Technologien unter französischen Souveränitätsvorgaben) zeigt einen Ansatz, Produktivitätswerkzeuge bereitzustellen und gleichzeitig Souveränitätsanforderungen zu erfüllen – wobei Kommunen genau prüfen sollten, inwieweit tatsächliche Unabhängigkeit von US-Technologien besteht.

Kommunen, die Bürgerdaten kontrollieren, schaffen Bürgervertrauen

Kommunalverwaltungen sind die Verwaltungsebene mit dem engsten Kontakt zu den Bürgern. Einwohner wenden sich für persönlichste Lebensereignisse an ihre Kommune: Geburtenmeldung, Sozialleistungen, Steuererklärungen, Baugenehmigungen, Sterbefälle. Können Kommunalverantwortliche ihren Bürgern zusichern, dass diese Daten durch europäisches Recht geschützt, mit eigenen Schlüsseln verschlüsselt und für ausländische Regierungen unzugänglich sind, entsteht ein Vertrauensverhältnis, das über einzelne Dienstleistungen hinausgeht.

Digitale Transformation und Datensouveränität sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich. Eine Kommune, die Dienste auf souveräner Infrastruktur digitalisiert, bietet Bürgern sowohl die erwartete Bequemlichkeit als auch den verdienten Schutz.

Kiteworks unterstützt europäische Kommunen bei der digitalen Transformation ohne Kompromisse bei der Datensouveränität

Das Private Data Network von Kiteworks bietet Kommunen die souveräne Kommunikationsschicht, die sie benötigen, um Bürgerdienste zu digitalisieren und gleichzeitig Bürgerdaten unter europäischer Kontrolle zu halten. Kiteworks setzt auf ein kundengesteuertes Verschlüsselungsmodell, bei dem die Kommune die Schlüssel im eigenen Key-Management-System generiert und verwaltet. Kiteworks hat keinen Zugriff auf entschlüsselte Inhalte und kann ausländischen Herausgabeverlangen nicht nachkommen, da die Schlüssel nicht im Besitz des Anbieters sind.

Kiteworks wird als Single-Tenant-Instanz auf dedizierter europäischer Infrastruktur bereitgestellt – wahlweise On-Premises, in der Private Cloud oder beim regionalen IT-Dienstleister. Diese Flexibilität passt zu den vielfältigen IT-Strukturen der Kommunen, von vollständig eigenbetriebenen Umgebungen bis zu Shared Services über kommunale IT-Dienstleister oder regionale Partnerschaften. Integriertes Geofencing erzwingt Datenresidenz auf Plattformebene, umfassende Audit-Protokollierung liefert die Nachweise, die für DSGVO-Compliance und kommunale Kontrolle erforderlich sind.

Die Plattform vereint sicheres Filesharing, E-Mail-Schutz, Managed File Transfer und Web-Formulare unter einem Zero Trust-Governance-Framework. So können Kommunen Bürgerdaten über alle Austauschkanäle hinweg mit einer Beschaffungsentscheidung, einer Architektur und einem Souveränitätsnachweis für Mandatsträger, Datenschutzbeauftragte und Aufsichtsbehörden absichern.

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Häufig gestellte Fragen

Kommunen sollten Souveränitätsmaßnahmen auf die Kommunikations- und Dateiaustausch-Ebene konzentrieren, statt eine vollständige Infrastrukturmigration anzustreben. Die Plattformen für Dokumentenaustausch, behördenübergreifende E-Mails, Managed File Transfer und Web-Formulare verarbeiten die sensibelsten Daten und sind am stärksten dem Risiko ausländischen Zugriffs ausgesetzt. Die Absicherung dieser Kanäle durch kundengesteuerte Verschlüsselung und europäische Bereitstellung bringt den größten Souveränitätsgewinn bei knappen Budgets. Weniger sensible Funktionen können vorerst auf bestehenden Plattformen verbleiben, bis Ressourcen für eine breitere Migration verfügbar sind.

Im November 2025 kündigte das amerikanische IT-Dienstleistungsunternehmen Kyndryl die Übernahme von Solvinity an – einem niederländischen Managed Cloud Provider, den Amsterdam und das Justizministerium gezielt zur Vermeidung von CLOUD Act-Risiken ausgewählt hatten. Durch die Übernahme geriet kritische nationale Infrastruktur, darunter Bürgerauthentifizierung und Verwaltungsportale, potenziell unter US-Recht. Die Lehre für die kommunale Beschaffung: Souveränität darf sich nicht allein auf die Nationalität des Anbieters stützen. Kommunen benötigen architektonische Souveränität durch kundengesteuerte Verschlüsselung, damit Eigentümerwechsel keinen Einfluss auf den Datenschutz haben.

Das OZG 2.0, gültig seit Juni 2024, verpflichtet Kommunen zur digitalen Ende-zu-Ende-Bereitstellung von Verwaltungsleistungen und stellt Bürgerdatenschutz und digitale Souveränität als Gestaltungsprinzipien in den Mittelpunkt. Das Gesetz stärkt das Recht auf digitale Verwaltung – Kommunen müssen also nicht nur digitalisieren, sondern auch den Schutz der Bürgerdaten während des gesamten Prozesses sicherstellen. Der Fokus auf digitale Souveränität im OZG 2.0 entspricht der deutschen Cloud-Strategie von 2022, die Open-Source-Lösungen bevorzugt, um Abhängigkeiten von proprietärer Software zu reduzieren. Kommunen können beide Anforderungen erfüllen, indem sie souveräne Filesharing- und Kommunikationsplattformen für die Backoffice-Prozesse einsetzen, auf denen OZG-Dienste basieren.

Ja. Die Europäische Kommission hat das Cloud Sovereignty Framework ausdrücklich als Referenz für nationale Behörden und private Organisationen konzipiert. Die acht Souveränitätsziele und die SEAL-Bewertungsmethodik bieten strukturierte Bewertungskriterien, die Kommunen in Ausschreibungen übernehmen können. Für die kommunale Beschaffung sind insbesondere SOV-2 (rechtliche Souveränität), SOV-3 (Datensouveränität) und SOV-4 (operationelle Souveränität) relevant. Mindest-SEAL-Stufen für diese Ziele liefern nachvollziehbare Bewertungskriterien – auch für Kommunen mit begrenzter Beschaffungsexpertise.

Die Migration in Schleswig-Holstein zeigt, dass souveräne Transformationen im großen Maßstab machbar sind: 24.000 von 30.000 Beschäftigten wurden auf Open-Source-Lösungen umgestellt, die OZG-Cloud ist bei über 50 % der Kommunen im Einsatz. Die Gründung des European Digital Infrastructure Consortium for Digital Commons im Juli 2025 durch Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande zeigt, dass dieser Ansatz zur europäischen Strategie wird. Andere Kommunen können daraus lernen: Phasenweise Migration, Parallelbetrieb während der Umstellung und die Trennung von Frontend-Tool-Entscheidungen und Backend-Datensouveränitätsarchitektur sind entscheidend. Souveräne Kommunikationsplattformen lassen sich parallel zu bestehenden Systemen einführen, ohne eine gleichzeitige Komplettmigration zu erfordern.

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